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Der neue SVO-Sportkoordinastor Peter Lehner im Kurzinterview. Foto: SVO / G. Schmalzer

Peter Lehner - drei Fragen - drei Antworten

Nach den ersten intensiven Wochen als neuer Sportkoordinator der SV Klöcher Bau Oberwart stellt sich Peter Lehner SVO-Pressesprecher Gerald Schmalzer zum Interview.


Gerald Schmalzer:
Zur Erinnerung für die SVO-Fangemeinde: Du hast im Sommer 2019 in der ersten Runde des Raiffeisen-BFV-Cups gegen St. Martin an der Raab noch in der Kampfmannschaft der SpG Oberwart/Rotenturm gespielt und danach - für fast alle überraschend - die Entscheidung getroffen, dich vom Fußball zurückzuziehen. Kannst du jetzt - ein halbes Jahr danach - über die Gründe für diesen Rückzug sprechen?

Peter Lehner:
Ich bitte um Verständnis, auf die genauen Gründe, welche mich zum damaligen Zeitpunkt zum Schritt bewogen haben, im Herbst nicht mehr als Spieler zur Verfügung zu stehen, nicht mehr näher eingehen zu wollen. Es wurden im sportlichen Bereich im Sommer vergangenen Jahres Schritte gesetzt, die eine Situation geschaffen haben, mit der ich mich als Spieler nicht identifizieren konnte und die ich nicht unterstützen konnte. Meines Erachtens nach wurde eine falsche Richtung eingeschlagen, welche nun korrigiert werden soll. Obwohl ich niemandem böse Absichten unterstellen möchte, bestätigen mich gewisse Fehlentwicklungen, die seither vonstatten gingen, in meiner damaligen Einschätzung. Doch nun möchte ich Vergangenes ruhen lassen und in die Zukunft blicken. Fehler zu machen ist menschlich, diese gilt es nun reflektiv zu analysieren, daraus zu lernen und sie künftig nicht mehr zu machen.


Gerald Schmalzer:
Beim Hallenturnier des SV Neuberg Ende Dezember 2019 hast du dann bei Neuberg als Gastspieler mitgewirkt, hast du dich damals mit dem Gedanken getragen, zu Neuberg zu wechseln, obwohl du noch SVO-Spieler warst?

Peter Lehner:
Für mich stellte sich im Winter natürlich die Frage, ob und wenn ja, wie ich wieder ins Fußballgeschäft zurückkehre. Die Entscheidung, im Sommer aufzuhören, war von mir nicht aktiv gewollt, sondern eine Reaktion auf genannte Geschehnisse. Deshalb habe ich selbstverständlich nicht ausgeschlossen, wieder fußballerisch aktiv sein zu wollen. Der SV Neuberg ist ein äußerst familiärer Verein mit tollen Menschen im Verein. Wir hatten eine sehr gute Gesprächsbasis und wäre es nicht zu einem außerordentlich guten Gespräch mit unserem Obmann Gerhard Horn gekommen, wäre ein Wechsel nach Neuberg durchaus ein Thema geworden.


Gerald Schmalzer:
Und plötzlich wurdest du in der Woche nach dem Hallenmasters als neuer Sport-Koordinator der SV Klöcher Bau Oberwart vorgestellt. Erkläre uns bitte den Aufgaben-Bereich deiner Funktion.

Peter Lehner:
Das konstruktive und inhaltlich hervorragende Gespräch mit Gerhard Horn war für mich ausschlaggebend, zu „meiner SVO“ zurückzukehren. Seit jeher ist die SVO mein Herzensverein und ich bin davon überzeugt, dass dieser Verein bei professioneller und durchdachter Arbeit sehr gute Möglichkeiten besitzt, um an Erfolge vergangener Tage anzuschließen. Vor allem unser Obmann Gerhard Horn, zu dem ich schon immer ein sehr vertrauensvolles Verhältnis pflege, ist mit vollem Elan und mit voller Begeisterung bei der Sache und hat es darüber hinaus geschafft, den Verein erstmals seit Jahrzehnten wirtschaftlich auf Beine zu stellen, die höhere sportliche Ziele realistisch erscheinen lassen. Für mich ist er ein Glücksfall für die SVO. Auch die von ihm vorgegebene sportliche Zielsetzung unterstütze ich zur Gänze.

Ich sehe meine Aufgabe primär darin, meine Ideen, meine Expertise und Erfahrung insoweit einzubringen, als wir den Weg zur sportlichen Zielerreichung breiter denken müssen. Meine Überzeugung ist es, dass die angestrebte sportliche Weiterentwicklung eine Entwicklung des Gesamtvereins erforderlich macht. Ich möchte ein nachhaltiges und vernünftig gestaltetes Konzept verfolgen, anhand dessen wir trotz Fokus auf die Kampfmannschaft auch alle anderen Bereiche strukturell optimieren. Deshalb sehe ich einige Punkte, die es abzuarbeiten, zu optimieren, zu modernisieren und teilweise auch zu überdenken gilt. Darunter fallen für mich Infrastruktur, Nachwuchs, Kooperation u.v.m.

Wichtig ist, dass wir als Verein gewisse Grundwerte vertreten, selbige leben und diesen zufolge auch handeln. Mir ist es ein Anliegen, die strukturelle Basis zu schaffen, um den Verein als Gesamtes weiterzuentwickeln und nach außen hin noch sympathischer zu machen. Natürlich wollen wir in naher Zukunft mit der Kampfmannschaft auf sportlicher Ebene den nächsten Schritt schaffen, dies macht aber nur mit einer starken Basis Sinn. Was nicht in den Wurzeln ist, geht nicht in die Krone.

Ich hoffe natürlich auf Unterstützung all jener, denen einzig und allein der Verein am Herzen liegt und hoffe, auch die Zeit zu bekommen, die notwendig ist, um meine Ziele zu erreichen.


Gerald Schmalzer:
Dann wünschen wir dir für diesen mehr als umfangreichen Job ein gutes Händchen, eine klare Linie und viel Erfolg. Danke für dieses Interview.