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Augen zu, Faust geballt - volle Kraft voraus - so will es SVO-Coach Florian Hotwagner. Foto: SVO

Drei Fragen - Drei Antworten - Flo Hotwagner im Kurzinterview

Anstatt beim Trainingsstart, der aufgrund der herrschenden Situation auf unbestimmte Zeit verschoben werden musste, Fotos zu schießen und Statements einzuholen, hat sich SVO-Pressesprecher Gerald Schmalzer mit einem zur Untätigkeit verurteilten Trainer Florian Hotwagner zu einem Kurz-Interview getroffen, das dann doch etwas ausfühlicher geworden ist. 

G.S.:
Hoti, seit dem letzten Sommer warst du als Cheftrainer in Schlaining unter Vertrag, hast mit dem ASK Schlaining in neun Spielen acht Siege eingefahren und warst zum Zeitpunkt der Meisterschaftsunterbrechung Tabellenführer in der II. Liga Süd. Wie ist das Gespräch mit Oberwart zu Stande gekommen, hattest du eine Ausstiegsklausel und was hat den Ausschlag gegeben, dass du dich für einen Wechsel zur SV Klöcher Bau Oberwart entschieden hast?

Florian Hotwagner:
Als ich im Sommer mein Engagement beim ASKÖ Schlaining startete, sah ich es sehr wohl als längerfristiges Projekt, stellte aber von Beginn an klar, dass für mich bei einer Anfrage des Vereins ein Wechsel zur SV Oberwart auch während der Saison absolute Priorität haben würde. Das es zu diesem Umstand schon so früh kommt, hätte ich zum damaligen Zeitpunkt nicht erwartet. Wie du schon gesagt hast, waren wir dann in Schlaining sehr erfolgreich, waren nach neun Spielen Tabellenführer der II. Liga Süd, der gesamte Verein und die Mannschaft gaben/geben alles für diesen Erfolg. Umso schwerer war es dann für mich, als mich Lehner Peter wegen eines Wechsels kontaktierte. Aber schon bei unserem ersten Treffen war für mich dann doch recht schnell klar, diese Chance nutzen zu wollen. Es gibt sicherlich auch einige Leute, die nicht verstehen, warum ich den Tabellenführer verlasse und mir deshalb unter Umständen einen Meistertitel entgehen lasse, der für Schlaining durchaus möglich ist und zu dem ich meinem Ex-Verein ganz fest die Daumen drücke. Aber Oberwart zählt zu den bekanntesten Klubs im Burgenland und war bzw. ist schon immer mein Heimverein, bei dem ich selber das Fußball spielen lernte und auch die ersten zehn Jahre meiner Trainerkarriere im Nachwuchs absolvierte. Außerdem hatte ich schon bei den ersten Gesprächen das Gefühl, dass im Verein ein Weg eingeschlagen wurde, der auf Dauer gesehen nur der richtige sein kann. Diesen Weg mit dem dazugehörigen Erfolg will ich gemeinsam mit der SV Klöcher Bau Oberwart gehen. Trotz des Lockdowns haben mir schon die ersten Wochen gezeigt, dass sowohl der Vorstand, als auch die Trainerkollegen und Spieler den Verein vorantreiben wollen und es zu einer guten Zusammenarbeit kommen wird.

G.S.:
Nun hast du zwar schon einige Pläne in deiner Schublade liegen, wolltest am 14. Jänner mit dem Training beginnen, aber Covid macht dir einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Wie schaut deine weitere Planung aus, wie läuft das Home-Training und wann wirst du deine Mannschaft erstmals - wenigstens zu einer Ansprache - im Informstadion begrüßen können?

Florian Hotwagner:
Von dem Plan, dass wir am 14. Jänner mit dem Mannschaftstraining starten, haben wir uns im Trainerteam aufgrund der Entwicklungen der Covid–19 Pandemie relativ schnell verabschiedet. Die Jungs absolvieren bereits seit Mitte November ein Heimprogramm und befinden sich aktuell in einer Regenerationsphase. Natürlich trainieren lieber alle gemeinsam am Platz, anstatt alleine laufen zu gehen oder Kräftigungsübungen zu machen. Trotzdem ist Heim-Training in dieser Situation unumgänglich und wird jedem Einzelnen in der - hoffentlich bald startenden - Meisterschaft auch helfen. Der Großteil der Mannschaft absolviert dieses Heimprogramm aber bis jetzt gut. In nächster Zeit wird man ziemlich sicher nur von Woche zu Woche planen können, da man neue Bestimmungen der Regierung abwarten muss, um dementsprechend trainieren zu können. Wann wir uns das erste Mal alle gemeinsam im Informstadion sehen werden, ist meiner Meinung nach schwer vorauszusagen. So bleibt mir nichts anderes übrig, als mit den Jungs telefonisch oder via Videokonferenz in Kontakt zu sein. Dies kann aber ein persönliches Treffen nicht ersetzen und sowohl wir im Trainerteam als auch die Mannschaft sehnen den Trainingsstart herbei.

G.S.:
Es gibt jetzt noch fünf Spiele aus der Herbstmeisterschaft nachzuholen, dazu ist die SVO noch im BFV-Cup vertreten und hätte - im besten Falle, nämlich bis zum Finale - noch vier Cupspiele zu bestreiten. Recht viel mehr an Spielen wird sich aufgrund der Situation wohl nicht ausgehen, aber du hast dir sicherlich deine Gedanken über das Frühjahr und wahrscheinlich auch schon darüber hinaus gemacht und deine Zielsetzungen herausgearbeitet. Wie sieht es mit diesen Zielen aus?

Florian Hotwagner:
Wie schon oben gesagt, ist das Frühjahr extrem schwer zu planen. Ich stimme dir zu, dass es nicht viel mehr als diese Spiele sein werden. Dies können wir aber sowieso nicht beeinflussen. Wir können nur schauen, dass wir unsere Hausaufgaben machen, um dann top vorbereitet in eine - mit hoher Wahrscheinlichkeit - sehr kurze Frühjahrssaison zu starten. Was die Zielsetzung für dieses Frühjahr betrifft, so muss man schon den Tatsachen ins Auge sehen. Mit 11 Punkten aus 9 Spielen haben wir keinen allzu großen Vorsprung auf die hinteren Tabellenplätze. Dementsprechend heißt es, sich so schnell als möglich von dort zu lösen und sich in Richtung vorderes Tabellendrittel zu orientieren. Ich bin auch wirklich optimistisch, dass uns dies gelingen wird. Zusätzlich zu den notwendigen Ergebnissen heißt es, dem SVO wieder eine eigene „DNA“ zu verleihen, wegen der die Zuschauer ins Informstadion kommen und wissen, welcher Fußball ihnen geboten wird. Wir haben im Trainerteam klare Vorstellungen, wie wir agieren wollen und es ist jetzt unsere Aufgabe, die Mannschaft dort hinzuführen. Insgesamt sehe ich das Frühjahr, ohne die aktuelle Tabellensituation zu unterschätzen, auch schon als Vorbereitung auf die hoffentlich erfolgreiche Saison 2021/22.

G.S.:
Danke für dieses tolle Gespräch und viel Erfolg mit der SV Klöcher Bau Oberwart